Erleichterung!

Wir freuen uns sehr über das NEIN zur DSI. Das zeigt, dass es sich lohnt zu kämpfen. Vor allem sehen wir es als Aufforderung, auch künftig zu kämpfen gegen Initiativen, die der Schweiz unwürdig sind. Und für vieles Andere das uns am Herzen liegt.

Nur nicht nachlassen

Die neuesten Umfragen ergeben eine knappe Ablehnung der Durchsetzugsinitiative. Heisst das, dass wir uns zurücklehnen können?

Nein! Jede Stimme zählt – gehen Sie an die Urne und stimmen Sie nein!

Alles nur Illusion?

Wir sind geprägt von den 68-er-Jahren und ihrer Friedensbewegung. Freiheit, Respekt vor den Anderen, Gleichstellung der Geschlechter und Rassen sind für uns eine Selbstverständlichkeit.
Wir sind aber auch – über unsere Eltern und Grosseltern – geprägt vom 2. Weltkrieg: Nie mehr Krieg, nie mehr Fanatismus, nie mehr Diskriminierung von Minderheiten, nie mehr Machtkonzentrationen.
Wir sind geprägt vom kalten Krieg, vom Respekt vor Atombomben, vor einem totalen Krieg, ausgelöst durch einen oder wenige „Spinner“, die den roten Knopf drücken können.
Wir hatten die Hoffnung, eine Welt mit Frieden für Alle und ohne Hunger und Armut sei möglich und in unserer Generation erreichbar.

Wir waren keine Kommunisten – wir erwarteten einfach Einiges von der Menschheit in unserem aufgeklärten Zeitalter. Was für eine Illusion! Fanatismus im Vormarsch, Demokratien gefährdet, Kriege überall

Lange Zeit lebten wir mit unserer Illusion relativ sorglos. Langsam müssen wir erwachen und uns für unsere Ideale einsetzen. In unserem Alter können wir es uns leisten, den Mund zu öffnen und kritische Meinungen zu äussern – unserer Karriere schadet es nicht mehr. Wir haben Narrenfreiheit, und die wollen wir nutzen.

Dinge die uns die Sprache verschlagen…

Der amerikanische Wahlkampf.

  • Wir können die Bilder von Fanatikern nicht mehr ertragen, die sich an die Spitze einer demokratischen Weltmacht stellen wollen.
  • Wir können auch ihre Rhetorik nicht mehr hören, die von Rassismus, Sexismus, Machtphantasien gepaart mit absoluter Dummheit trieft.
  • Wir ertragen die Selbstverständlichkeit nicht, mit der jedermann aufs Primitivste beleidigt wird.
  • Wir können nicht verstehen, dass Intelligenz, Vernunft und politische Erfahrung nicht gefragt sind – im Gegenteil, sie machen KandidatInnen unwählbar.
  • Die Vorstellung, dass verantwortungsloser Sauglattismus die Politik der USA künftig prägen wird, ist für uns unerträglich.

Die Politik der SVP.

  • Weil sie behauptet, mit 30% Wähleranteil vertrete sie die Mehrheit des Volkes.
  • Weil sie die Durchsetzungsinitiative lanciert hat, obwohl die Ausschaffungsinitiative den Zweck erreichen würde.
  • Weil sie die gleichen Bilder und die gleiche Rhetorik liefert wie die sich zur Zeit im Vormarsch befindenden amerikanischen Präsidentschaftskandidaten.
  • Weil sie behauptet, die Schweiz sei auf dem Weg zu einer Diktatur – und damit vernebelt, dass sie auf diesem Weg ist, und nur sie.
  • Dass sie unsere Rechtsstaatlichkeit und unsere Verfassung ihren Machtansprüchen opfert.
  • Dass sie mit der Angst der Bevölkerung leichtfertig spielt und daraus Profit zieht.

Die Passivität Vieler.

  • Der bürgerlichen Parteien, die kein eigenes Profil mehr haben, sondern sich mit der SVP anbiedern, um nicht noch mehr Macht zu verlieren.
  • Einer grossen Zahl von Stimmberechtigten, die sich von der Flut an Initiativen abstumpfen lässt und nicht mehr an die Urne geht.
  • Vieler unserer Mitbürger die sagen, so schlimm sei das alles nicht. Man dürfe nicht dramatisieren. Haben wir aus der Geschichte nichts gelernt?

Sind wir mit unserer Sprachlosigkeit wirklich in der Minderheit?